Running Voice
Moderation & Triathlon

DAS LEBEN NACH DEM ERFOLG



Die letzten Sekunden sind vorbei und der Jubel ist groß. Endlich den gewünschten Erfolg! Die Goldmedaille bei Olympia, eine deutsche Meisterschaft oder aber auch der Weltmeistertitel. Die Medien reißen sich um einen und man kann sich vor Presseanfragen kaum retten! 

Es sind die Erfolge, die einem ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Die Frage ist jedoch: Positiv oder Negativ.

Jeder kennt diese Bilder von ehemaligen Fußballstars die ihr ganzes Geld für Alkohol, Frauen und Drogen ausgeben. Sie rutschen ab. Der sportliche Erfolg bleibt aus und man landet im Abseits. Mal schneller mal langsamer. Klar gibt es auch Sportler die schleichend von der Bildfläche verschwinden und man nie wieder was von ihnen hört. Kleines Beispiel gefällig? Wer hat denn das letzte Mal was von Kevin Großkreutz gehört? Einstiger Weltmeister der deutschen Fußball Nationalmannschaft. Gefeierter und geliebter Spieler von Borussia Dortmund. Und nun? Er spielt in der vierten Liga mittelmäßig Fußball. Hat ein Restaurant eröffnet und lebt in Dortmund. Er ist zwar nicht abgestürzt, lebt aber eher zurückgezogen in seiner Heimat.


Ich habe mich aber mal auf die Suche gemacht nach Sport-Stars, die nach ihrem Erfolg weiter gemacht haben. Ob wirtschaftlich oder aber auch sportlich.


Jan Fitschen:

08. August 2020, 20:47 Uhr Da kommt Fitschen! (…) Lauf Junge! Lauf! Das kann dein Rennen werden!

Es waren die letzten 400m auf der Rundbahn im Göteborger Ullevi-Stadion. Jeder Leichtathlet und Läufer aus Deutschland wird sich an diese Tag erinnern können! Nach genau 28 Minuten 10 Sekunden und 94 Hundertstel überquerte der Deutsche Jan Fitschen die Ziellinie. Die Goldmedaille bei den Europameisterschaften! Europameister Fitschen! Der Höhepunkt einer phänomenalen Karriere. Neben 19 deutschen Meisterschaften nun auch endlich das Edelmetall auf internationaler Bühne. „Ein gigantisches, absolut fantastisches Gefühl. Besser als jeder Traum oder jedes andere Gefühl jemals.“, waren seine Worte auf die Frage wie sich die Überquerung der Ziellinie angefühlt habe.

2015 beendete Jan Fitschen dann aber schließlich seine aktive Profikarriere. 

Fragt man in der Läuferszene rum, welcher Sportler sie mit am meisten inspiriert, fällt sofort der Name Jan Fitschen. Genau das hat ihn auch dazu bewegt weiter zu machen. Mittlerweile ist Fitschen in die Unternehmerbranche eingestiegen. Ob mit Laufreisen ins Läuferland Kenia oder aber auch das Projekt 10.000x10.000. Er sieht sich selbst nun mehr als Unternehmer und nicht mehr als Testimonial.

Die Freunde und Partner von damals hat er aber immer noch. Mit vielen tauscht er sich aus und man hilft sich gegenseitig wo man kann. Ob Fotograf Norbert Wilhelmi oder aber auch Laufpartner wie Alexander Lubina. Schaut man sich die Social Media Kanäle von Fitschen an, merkt man wie groß seine Community immer noch ist. Mehrere tausend Anhänger schauen sich täglich die Beiträge und Geschichten des einstigen Europameisters an.

Aber auch in der Medienwelt macht sich der gebürtige Nierdersache richtig gut. Oft sieht man ihn als Experte im ARD oder aber auch in den landesweiten Sendern. Ob beim lokalen Marathon, oder aber auch als Experte für Kinderwagen. Ja genau! Für Kinderwagen! Im ZDF sprach er über die besten Kinderwagen zum joggen.

Neben dem ganzen Unternehmen, ist der Sportler aber immer noch Markenbotschafter diverser Sportartikelhersteller. Ob Nahrungsergänzungen oder Laufschuhe. Jeder will den sympathischen blonden Athleten als Aushängeschild haben.

Der Sport? Darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Jede Woche streamt er auf Instagram von seinem Alternativtraining auf dem heimischen Ergometer. Zudem sieht man ihn öfter bei diversen Laufveranstaltungen an der Startlinie.

Jan Fitschen ist daher ein perfektes Beispiel wie man nach dem Erfolg wunderbar sein Leben meistern kann.


Uwe Grauer:

Den Namen Uwe Grauer schonmal gehört? Nicht? Ehemaliger Fußballprofi von Borussia Dortmund. Zu den Glanzzeiten des Bundesligisten stand Grauer seit 1990 im Dress des BVBs auf dem Platz. Als Innenverteidiger machte er sich dann aber auch beim KFC Uerdingen und dem SSV Ulm einen Namen. Ingesamt kam der gebürtige Werler auf 86 Einsätze in der 1. Fußball Bundesliga. Seine Karriere beschreibt er als „Großartig“. Ihn erfüllte es mit stolz sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben.
Aber was passierte dann? Der klassische Fall eines Fußballers? Geld verprassen und in die Pleite geraten?
Nein absolut nicht. Grauer machte seinen Weg und fing an als Trainer zu arbeiten. Es war laut ihm ein schleichender Übergang vom aktiven in den passiven Sport. Von 2005 bis 2008 trainierte er zunächst als Spierlertrainer und danach als klassischer Trainer den damaligen Verbandsligisten SV Westfalen Rhynern. Durch seine Erfolge ging es dann aber schnell weiter. Nach dem Wechsel zum reinen Trainer wurde auch der FC Schalke 04 auf den einstigen Fußballprofi aufmerksam. Hier trainierte er lange als Co-Trainer von Norbert Elgert die U19. Also die Spieler, die danach den Sprung in die Bundesliga schaffen wollen. Einstige Stars wie Max Meyer oder Manuel Neuer trainierten unter Grauer. 

Heute ist er als Jugendtrainer bei Eintracht Braunschweig eingestellt und lebt mit seiner Familie in der Heimat Werl.

Auch hier sieht man wieder, dass der Sport nicht nur schlecht Enden kann. Uwe Grauer machte seinen Weg vom aktiven Spieler zum erfolgreichen Trainer.


Daniel Unger:

Wie es auch gehen kann, zeigt der ehemalige Profi-Triathlet Daniel Unger.

Zunächst startete Unger für das Triathlon Team aus Witten und wurde von 1997 - 2000 durchgängig deutscher Mannschaftsmeister. Im Jahr 2000 schaffte Unger dann auch den Sprung auf Platz 1 in der Einzelwertung. Eine Karriere die sich bis dahin schon gelohnt hat. Doch der aktuell 42-jährige machte weiter. Neben zwei dritten Plätzen bei der Europameisterschaft 2004 und 2007, schaffte Unger den großen Durchbruch. 2008 wurde er im eigen Land Weltmeister der Kurzdistanz. Und hiermit qualifizierte er sich auch für die olympischen Spiele 2008 in Peking. Hier gelang im dann der 8. Platz in dem Jahr als der deutsche Jan Frodeno Olympiasieger wurde.

Der gebürtige Ravensburger mochte das Gefühl und beschreibt es als eine Art Suchtgefühl mit sich selbst zufrieden zu sein und zu den besten Triathleten der Welt zu gehören.

Aber was macht man mit so einer Karriere heutzutage?
Unger blieb dem Triathlon treu. Er startete seine Trainerausbildungen und ist nun seit Oktober 2019 Bundesstützpunkttrainer der Deutschen Triathlon Union in Saarbrücken. Hier nutzt er nun seine Erfahrungen und gibt diese an die „jungen Wilden“ weiter. Der Übergang hierzu war laut Daniel Unger aber bereits vorbereitet. Es war lange geplant, dass er nach der aktiven Karriere als Trainer weitermachen wird. 

Neben seinem Trainer Job kann man Daniel Unger aber auch oft hören. Als Moderator ist er bei diversen Triathlon Rennen unterwegs.

Aber auch privat hegt er den Kontakt zu seinen alten Kollegen. Aus vielen Weggefährten wurden Freunde und auch Familie. Der Sport verbindet wie er im Interview erzählte.

Daniel Unger hat nun also die Chance auch als Trainer weiter erfolgreich zu sein.



Man sieht also: Viele Athleten haben nach ihrer aktiven Karriere weitergemacht. Weiter mit arm was sie lieben! Dem Sport! Ob und wie weit ihr Lebensweg hier gehen wird bleibt abzuwarten.

Ob der Erfolg hier auch noch zu erwarten ist bleibt offen.